

SAP bindet künftig Daten zu Lieferantenrisiken von Moody's direkt in SAP Ariba ein. Joule Agenten sollen damit Risikosignale früh erkennen und Alternativen vorschlagen, bevor eine Störung das Geschäft trifft. Aus periodischen Risikoprüfungen soll so eine laufende Überwachung werden. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
SAP erweitert die sechs Supply Chain Assistenten, die im Frühjahr auf der Sapphire vorgestellt wurden, um spezialisierte Agenten. Bemerkenswert ist die Abstufung: In Fertigung und Logistik sollen Agenten Störungen erkennen und selbstständig korrigieren, etwa in Lager, Versand und Disposition. Bei Lieferantenentscheidungen bleiben sie dagegen eher in der Rolle des Hinweisgebers, die Entscheidung trifft der Mensch.
SAP nennt einen ungenannten Hersteller natürlicher Zutaten, der den Logistics Assistant nutzt. Ein mehrstufiger Fehlerbehebungsprozess wurde dort zu einer Ein Klick Lösung, das Logistikteam gewann etwa ein Drittel der Zeit zurück, die bisher in die Fehlersuche floss.
Die gestufte Autonomie ist der eigentlich wichtige Punkt. Sie zeigt ein Prinzip, das für jede Agenten Einführung gilt: Nicht jeder Prozess verträgt dieselbe Selbstständigkeit. Wo Fehler leicht rückgängig zu machen sind, dürfen Agenten handeln. Wo es um Verträge, Lieferanten oder Geld geht, sollten sie vorschlagen und der Mensch entscheiden. Genau diese Abstufung verlangt auch der EU AI Act mit seiner Forderung nach menschlicher Aufsicht.
Quellen: SAP News, SAPinsider, ERP Today.