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Am 15. Oktober hat ServiceNow AI Passport vorgestellt. Dahinter steckt ein signierter Nachweis, der zur Laufzeit festlegt, was ein KI Agent tun darf. Entwickelt wurde er zusammen mit Nvidia. Gemeinsam mit einer Erkennung von Schatten KI soll AI Passport im vierten Quartal 2026 verfügbar sein. Den Anlass liefert ServiceNow gleich mit: Laut dem eigenen Banking AI Maturity Index setzen alle befragten Banken KI ein, aber nur rund ein Viertel hat eine passende Governance.
Unsere Einordnung: Der Schritt kommt zur richtigen Zeit. Wer mehrere Agenten im Einsatz hat, braucht nachvollziehbare Berechtigungen, nicht nur gute Prompts. Für Unternehmen, die sich mit dem EU AI Act beschäftigen, ist AI Passport ein hilfreicher Baustein, aber kein Ersatz für eine eigene Governance.
Am selben Tag hat ServiceNow EmployeeWorks erweitert, die dialogbasierte Oberfläche für Mitarbeitende, die aus der Übernahme von Moveworks hervorgegangen ist. Neu ist ToolSmith: Damit sollen auch Mitarbeitende ohne technischen Hintergrund eigene KI Agenten für ihre täglichen Abläufe bauen können. ServiceNow begründet das damit, dass viele Beschäftigte die KI, die sie für ihre Arbeit bräuchten, wegen IT Rückstau und zersplitterter Werkzeuge bisher nicht bekommen.
Unsere Einordnung: Das senkt die Einstiegshürde deutlich. Gleichzeitig wächst die Zahl der Agenten, die niemand zentral geplant hat. Nicht zufällig kommt AI Passport im selben Paket. Wer ToolSmith ausrollt, sollte vorher klären, wer welche Agenten freigibt.
Anfang Oktober hat ServiceNow mit Flow einen eigenständigen, dialogbasierten Service Desk gestartet. Mitarbeitende stellen ihre Anfrage dort, wo sie ohnehin arbeiten, etwa in Slack, Teams oder per E-Mail. Flow ist als eigenes Produkt gebaut, soll sehr schnell einsatzbereit sein und richtet sich ausdrücklich auch an kleinere IT Teams. Aktuell läuft eine kontrollierte Verfügbarkeit, die allgemeine Verfügbarkeit in Nordamerika und EMEA ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt.
Unsere Einordnung: Für Bestandskunden ist Flow vor allem für Satellitenteams interessant, also Bereiche, die heute noch mit E-Mail und Tabellen arbeiten. Für den Mittelstand könnte Flow ein günstiger Einstieg in die ServiceNow Welt werden. Spannend wird, wie gut die Brücke zur Hauptplattform in der Praxis funktioniert.
Gerüchten über einen Kauf des KI Kundenservice Anbieters Decagon ist ServiceNow am 14. Oktober entgegengetreten und hat betont, weiter vor allem aus eigener Kraft wachsen zu wollen. Bemerkenswert ist das, weil ServiceNow in den vergangenen Monaten kräftig zugekauft hat, darunter Moveworks, den Identitätsspezialisten Veza im März und den Sicherheitsanbieter Armis im April.
Unsere Einordnung: Nach einer Phase großer Zukäufe geht es jetzt um Integration. Für Kunden ist das eher eine gute Nachricht: weniger neue Produktnamen, mehr Zusammenwachsen dessen, was schon da ist.
Am 28. Oktober legt ServiceNow die Zahlen für das dritte Quartal vor. Analysten rechnen mit einem starken Quartal. TD Cowen hat das Kursziel kürzlich auf 165 US Dollar angehoben und verweist auf Kunden, die auf die höhere ITSM Stufe Prime wechseln. Die spannendste Frage des Abends dürfte sein, wie viel Umsatz die KI Produkte inzwischen tatsächlich tragen.
Sie möchten wissen, was diese Neuerungen konkret für Ihre ServiceNow Umgebung bedeuten? In unserem AI Readiness Assessment schauen wir uns genau das gemeinsam mit Ihnen an.
Quellen: ServiceNow Newsroom (Flow), Futurum Group (AI Passport), Yahoo Finance (EmployeeWorks), 24/7 Wall St. (Decagon), ServiceNow 8-K Q1 2026 (Veza, Armis), Benzinga (Q3 Ausblick).