

SAP hat Joule für Agenten anderer Anbieter geöffnet. Über das offene Agent2Agent Protokoll kann Joule mit externen Agenten kommunizieren und Agenten aus SAP Umgebungen über ein Agent Gateway für andere Systeme bereitstellen. Wichtig dabei: Laut SAP Architektur werden SAP Agenten nicht direkt nach außen geöffnet, sondern laufen über Joule als zentrale Steuerung. Mit dem AI Agent Hub will SAP zudem SAP und Fremdagenten an einer Stelle verwalten.
Auch ServiceNow baut Brücken. In AI Agent Studio lassen sich externe Agenten einbinden, und Automatisierungen aus dem neuen Service Desk Flow werden über das Model Context Protocol in EmployeeWorks sichtbar. Mit AI Passport hat ServiceNow im Oktober außerdem einen Nachweis vorgestellt, der zur Laufzeit festlegt, was ein Agent tun darf.
Ein Beispiel: Ein Mitarbeitender meldet in ServiceNow, dass er für ein neues Projekt eine Bestellung auslösen muss. Ein ServiceNow Agent nimmt die Anfrage auf, ein Joule Agent prüft Budget und Lieferanten in SAP, und der Vorgang läuft ohne Medienbruch durch. Technisch ist das zunehmend möglich. Organisatorisch wirft es neue Fragen auf.
Die Offenheit beider Anbieter ist eine gute Nachricht, denn sie verhindert, dass Unternehmen sich für eine einzige KI Welt entscheiden müssen. Sie verlagert die Verantwortung aber zum Kunden: Wer steuert, welcher Agent welchem anderen Agenten was erlauben darf? Beide Hersteller bauen eigene Kontrollzentren. Ohne eine übergreifende Governance entstehen schnell zwei Regelwerke, die sich widersprechen.
Quellen: SAP News, SAP Learning, SAP Architecture Center, ServiceNow Community, SAP Q2 2026 Earnings Call.